Johann Wilhelm Lindlar, Wasserfall, um 1870
Johann Wilhelm Lindlar, Wasserfall im Gebirge, 1880, Öl auf Leinwand, 138 x 111 cm, Schenkung Hans Alfred Keller. Foto: M. Wittassek

Johann Wilhelm Lindlar (1816 – 1896)
Zum 200. Geburtstag 

Ausstellungsdauer 09.12.2016 - 22.02.2017

Aus dem reichen Oeuvre des Bergisch Gladbacher Malers Johann Wilhelm Lindlar zeigen wir zu dessen 200. Geburtstag Werke aus unserer Sammlung.


Der am 09.12.1816 in Bergisch Gladbach geborene Maler Johann Wilhelm Lindlar gehört zu den namhaften Vertretern der Düsseldorfer Malerschule. Er war zunächst als Lehrer tätig und wandte sich mit 28 Jahren der Malerei zu. Bis zu seinem Tod im Jahr 1896 unternahm er zahl-reiche Reisen in die Alpen und wurde vor allem als „Alpenmaler“ bekannt. 


Die heroische Natur der schweizerischen Alpen übertrug er im Atelier in idealisierte Land-schaften, die noch ganz dem Geist der Spätromantik verpflichtet sind. Unerreichbar ferne Gipfel, dramatische Lichtverhältnisse, schäumende Wasserfälle und staffagenhaft kleine, den Elementen trotzende einsame Wanderer sind die geläufigen Ausdrucksmittel seiner Bildsprache. Lindlar orientierte sich zeitlebens an seinem Lehrer Johann Wilhelm Schirmer. Gestützt auf zahlreiche Naturstudien steigerte er jedoch dessen realistischen Ausdruck.


Gemäß eigenen Angaben umfasst Lindlars Werk etwa 500 Gemälde. Sein vielfach in die Neue Welt exportiertes Gesamtwerk ist weitgehend verschollen. Zahlreiche Bildverkäufe tätigte er in den USA, Niederlande, Belgien, Frankreich, England und Deutschland. Da kein Verzeichnis der tatsächlichen Bildverkäufe vorliegt, ist es weitgehend unmöglich, ein Werkverzeichnis zu rekonstruieren.


Das Kunstmuseum Villa Zanders besitzt 18 Werke von Johann Wilhelm Lindlar, darunter auch Zeichnungen und Studien.


Vita Johann Wilhelm Lindlar

09.12.1816


  geboren in Kley, getauft in Paffrath in St. Clemens als eines von 8 Kindern

1830 – 1834




Schulgehilfe an der Schule „Im Ross“, dann Aufnahme in das königliche Lehrerseminar in Brühl. Lehramt an der Domschule zu Köln und künstlerische Studien bei A. Wegelin

1842


  Berufung als Lehrer an die Rheinische Ritterakademie Bedburg

1843



  Lehre als Zeichenlehrer an höheren Schulen an der Königl. Kunstakademie Düsseldorf (Direktor Wilhelm von Schadow)

1844


  Einfluss J.W. Schirmers und Entschluss, Maler zu werden 

1845



  Aufnahme an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Johann Wilhelm Schirmer (Landschaftsmalerei)

1847 – 1851 

 eigenes Meisteratelier an der Kunstakademie Düsseldorf

1848 


 Mitbegründer des Künstlervereins „Malkasten“ in Düsseldorf

ab 1851



Freischaffender Maler, Reisen in die Schweiz, Gardasee, Lago Maggiore 



1852


 Ehrung durch die Königliche Akademie der schönen Künste in Amsterdam 

1855


 Verlegung des Wohnsitzes nach Düsseldorf, Heirat mit Othilie Dorothea Karoline Asteroth (5 Kinder aus der Ehe)

1856




 „Malkasten-Streit“: Der Kampf der freien Künstlerschaft gegen die einseitige Bevormundung durch Schadow hat den Austritt Schadows zur Folge
Lindlar-Porträt von der Hand des Malers Josef Schex

1860 – 70


  Teilnahme an zahlreichen Salonausstellungen u.a. in Frankreich

1867 – 71


23.04.1896
  Geschäftsführer des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf

gestorben in Düsseldorf



Presse

- "Die Wildnis an der Salonwand" KStA 09.12.2017 [609 KB]

Die Tellskapelle am Vierwaldstätter See,1870
Die Tellskapelle am Vierwaldstätter See,1870