Exkursion Dessau
© Wilhelm Krieger

Das Bauhaus-Hauptgebäude in Dessau

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Bauhaus, Meisterhäuser

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Luisium mit Reiterhof

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Orgel in der Schlosskirche zu Wittenberg

Sachsen-Anhalt mit Wörlitz, Dessau und Quedlinburg

Exkursion vom 21. - 26. September 2021

Bericht der Kulturreise des Galerie+Schloss e.V.

In einem großzügigen und bequemen Bus der Firma Pütz konnten wir erfreulicherweise unter Einhaltung der 2G-Regel endlich unsere lang erwartete Reise nach Sachsen-Anhalt starten.

Wegen des guten Wetters hatten wir uns kurzfristig entschlossen, die Anreise nach Wörlitz auf direktem Wege durchzuführen, damit für den Nachmittag ein Erkunden des Wörlitzer Parks (seit 2000 UNESCO-Welterbe) in unmittelbarer Angrenzung an das Hotel Wörzlitzer Hof möglich wurde.

1765 wagte der England-Enthusiast Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau den ersten Schritt, um in Wörlitz einen weitläufigen Park nach englischem Vorbild anzulegen. Nur vier Jahre später, 1769, entstand hier mit dem Schloss Wörlitz der Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Der Landschaftsgarten mit seinen klassizistischen und neogotischen Bauten bildete den Auftakt und den ästhetischen Höhepunkt eines einmaligen Programms zur Landesverschönerung und Lebensverbesserung, das der Fürst und spätere Herzog Franz in seinem Land erreichen wollte. Dieses Projekt gilt als Inbegriff der Aufklärung in Deutschland.

Mit den landschaftlichen Veränderungen am Wörlitzer See wurde 1765 begonnen, kurz nachdem die Reisegesellschaft um den Fürsten Franz von ihrer ersten Englandreise zurückgekehrt war. Vom Schlossgarten ausgehend entwickelten der Fürst, sein Freund und Berater von Erdmannsdorff sowie die beteiligten Gärtner Neumark, Eysrebeck und Schoch in einem Zeitraum von 35 Jahren den ersten bedeutenden Landschaftsgarten auf dem europäischen Kontinent. Noch heute faszinieren sein alter Baumbestand, seine mit Kanälen verbundenen Gewässer, die phantastischen Kleinarchitekturen und seine immer wieder malerischen Blickachsen.

Die Lesungen von Walter Demmer aus dem Buch "Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus: Das Leben der Ise Frank" von Jana Revedin verkürzten unsere Reisezeit und waren gleichzeitig Einführung und Vorbereitung auf das Thema Bauhaus in Dessau. Der Abend schloss in unserem Hotel Landhaus Wörlitzer Hof mit einem Abendessen in geselliger Atmosphäre ab.

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Bauhaus Meisterhäuser

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Bauhaus Novum Hängende Fassade

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Bauhaus Straßenüberbauung

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Bauhaus Treppenhaus

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Bauhaus, Atelier und Arbeitsräume

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Bauhaus, Eingang

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Bauhaus, Meisterhäuser

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Bauhausbühne

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Bauhausmuseum

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Bauhausmuseum, Triadisches Ballett

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Bauhausmuseum, Triadisches Ballett

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Bauhausmuseum, Triadisches Ballett

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Kornhaus

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Luisium

Der Mittwoch war dem Thema Bauhaus gewidmet. Die Lesungen aus dem Buch "Blaupause" von Theresia Enzensberger verkürzten unsere Anreisezeit, gefolgt von einer Einführung in die Bauhausarchitektur von Georg Dittrich, der uns die verschiedenen Ansichten der Gebäude bei einem Rundgang erläuterte.

Herr Altmann und Herr Assmann führten uns sehr kenntnisreich und mitreißend durch die Stiftung Bauhaus Dessau und verschafften uns einen Einbllick in diese für ihre Zeit revolutionäre und lichtdurchflutete Architektur. Parallel zum Bauhausgebäude entstanden in einem nahe gelegenen Kiefernwald, der heutigen Ebertalallee, nach Plänen von Walter Gropius ein Einzelhaus für den Direktor und drei baugleiche, kubisch geformte Doppelhäuser mit großen Atelierräumen, Balkonen und Terrassen für die Bauhausmeister. Alte Fotografien zeigten die Einrichtungen von Walter Gropius und László Moholy-Nagy mit Möbeln von Marcel Breuer.

Bewohner der Meisterhäuser waren Lyonel Feininger, Georg Muche, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Hannes Meyer, Ludwig Mies van der Rohe und Josef Albers mit ihren Familien. Alle Meisterhäuser wurden 1992 umfangreich saniert, wobei die von Kandinsky und Klee bewohnten und farblich gestalteten Meisterhäuser besonders in neuem Glanz erstrahlten.

Das im zweiten Weltkrieg zerstörte Direktorenhaus und das Haus von Moholy-Nagy wurden architektonisch reduziert und abstrahiert sowie in den ursprünglichen Proportionen, einschließlich der rekonstruierten Trinkhalle am Eckgrundstück des Direktorenhauses von dem Architekturbüro Bruno, Fioretti, Marquez, Architekten Berlin und dem Künstler Olaf Nicolai 2014 wieder aufgebaut.

Mit dem Blick auf die Elebe konnten wir im Kornhaus Dessau zu Mittag essen. Der Name erinnert an einen historischen Getreidespeicher, auf dessen Standort die Ausflugsgaststätte von dem Architekten Carl Fieger 1929 - 1930 erbaut wurde.

Das anlässlilch des 100. Gründungsjubiläums des Bauhaus am 8. September 2019 eröffnete Bauhausmuseum Dessau am Stadtpark durch die Architekten Gonzalez, Hinz und Zabalawar (addenda architects) mit der umfangreichen Präsentation der Sammlung Bauhaus war Abschluss unseres Bauhaustages in Dessau. Das Thema Frauen am Bauhaus wurde uns von Susanne Bonenkamp auf der Rückfahrt im Bus kenntnisreich erläutert.

Wegen des schönen sonnigen Herbstwetters besuchten wir auf dem Rückweg nach Wörlitz noch das Schloss und den Park Luisium in Dessau-Roßlau, den privaten Wohnsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau, eine der schönsten klassizistischen Bauten von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff.

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Wittenberg, Panorama Luther 1517

Donnerstagmorgen, auf dem Weg nach Wittenberg, stimmte uns Walter Demmer mit der Lesung "Triumpf und Tragik des Erasmus von Rotterdam" von Stefan Zweig auf Martin Luther ein. In Wittenberg tauchten wir mit dem 360° Panorama "Luther 1517" von Yadegar Asisi in die Zeit der Reformation ein. Auf dem Weg zur Schlosskirche mit den Thesen von Martin Luther reihen sich das Lutherhaus (UNESCO-Welterkulturerbe), das Melanchthonhaus (UNESCO-Welterkulturerbe), die alte Universität LEUCOREA, das Cranachhaus und der Cranachhof, der Marktplatz mit altem Rathaus und den Standbildern von Luther und Melanchthon, das Wilhelm-Weber-Haus und am Ende die Schlosskirche (UNESCO-Welterkulturerbe) auf.

Herr Prof. Kraft erklärte und die 450 Jahre alte Schmähplastik "Judensau" an der Ev. Stadtkirche St. Marien (UNESCO-Welterkulturerbe) als Beispiel eines Tabuthemas. Herr Dr. Vomm erläuterte uns das glückliche Zusammentreffen von Druckkunst, Buchdruck und Vervielfältigung von Schriften im Zusammenhang mit der Reformation, welche diese große Wirkung von Martin Luther erst ermöglichten.

Nach all diesen überwältigenden Eindrücken durften wir uns bei einer Gondelfahrt auf dem Wörlitzer See erholen. Entlang dem kleinen Walloch und dem Wolfskanal genossen wir vom Wasser aus die Blicke auf Schloss Wörlitz und Gotisches Haus mit neugotischer Fassade, angelehnt an den Landsitz Strawberry Hill des Schriftstellers und Politikers Harace Walpole. Die Rückseite zeigte überraschende Einflüsse der venezianischen Kirche Madonna dell´Orto im Sestiere Cannaregio.

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Bernburg, Liebfrauenkirche

Am Freitag führte uns Herr Dr. Vomm durch die romantische Miniaturresidenz Bernburg an der Saale und danach durch Halberstadt mit seinem historischen Domplatz, durch den Dom St. Stephanuns (1236 - 1491), einen der bedeutendsten gotischen Kathedralen Deutschlands und die Liebfrauenkirche (1146) als einzig erhaltener viertürmiger romanischer Pfeilerbasilika. Die Chorschranken in der Liebfrauenkirche aus der Zeit 1200 - 12010 sind mit bemalten Stuckfiguren der 12 Apostel, Christus und Maria in fast lebensgroßen Vollreliefs mit teils originaler Fassung und Farben gestaltet, welche in ihrer Form und Gestalt mit byzantinischen Stilmerkmalen ohnegleichen sind.

Auch bestand die Möglichkeit, nach Einführung von Frau Antonie von Schönfeld, das John-Cage-Orgel-Kunst-Projekt ORGAN2/ASLSP (as slow as possible) im Kloster St. Buchardi, einem ehemaligen Kloster der Zisterzienserinnen, kennenzulernen. Seit 2001 ertönt dort das langsamste Musikstück der Welt, was den Klang 639 Jahre in die Zukunft tragen wird.

Herr Demmer begleitete unsere Erfahrungen auf der Weiterfahrt mit Lesungen aus "Meines Vaters Land: Geschichten einer deutschen Familie" von Wibke Bruns und Erläuterungen der Biographie Heinrichs I. der Vogler. Zum Abend hin erreichten wir das Romantikhotel am Bühl in Quedlinburg.

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Quedlinburg, St. Wiperti

Der Samstag begann mit einer Stadtführung durch Frau Stubbe und Frau Fromm in Quedlinburg. Die historische Altstadt mit über 2100 Fachwerkhäusern unterschiedlicher Zeitepochen zählt zu einem der größten Flächendenkmäler Deutschlands, welches seit 1994 als UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Der Schlossberg, die Stiftskirche, die historischen Fachwerkhäuser, der Marktplatz mit Rathaus, die Geschichte einzelner Häuser, die Monolithbauweise Typ Quedlinburg zum Ersatz abgerissener Häuser zu DDR-Zeiten, die Qualität der Fachwerkrenovierungen und die heutige Lebendigkeit und Qualität des Stadtlebens waren für uns alle sehr beeindruckend.

Herr Demmer führte am Nachmittag rund um die Wipertikirche (UNESCO-Weltkulturerbe seit 1994), einem architektonischen Meisterwerk der Romantik und Königshof des sächsisch-ottonischen Herrscherhauses. Von 1936 - 1945 wurde die Kirche als Weihestätte von Himmler missbraucht, welcher sich als Reinkarnation Heinichs I. glaubte.

Der Abschlussabend fand in der Weinstube des Romantikhotels am Bühl in entspannter Atmosphäre statt, und bei bestem Essen konnten wir unsere Reiseerfahrungen angeregt austauschen.

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Schloss Derneburg, Hall Art Foundation

Die Rückreise am Sonntag bot als besondere Überraschung Schloss Derneburg mit der HALL ART FOUNDATION. Diese wurde 2007 vom Ehepaar Christine und Andrew Hall gegründet und macht die Sammlung zeitgenössischer Kunst und Nachkriegskunst im Schloss Derneburg zugänglich. Von 1974 - 2006 war das Schloss Wohnsitz und Atelier des Künstlers Georg Baselitz.

Ein abschließender Spaziergang auf dem Laves-Kulturpfad um das Schloss Derneburg rundete unsere erlebnisreiche Reise ab. Unser Busfahrer, Herr Kronseder, war sehr zuverlässig, souverän im Fahren und außerordentlich hilfsbereit.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Reise motivierten das Reiseteam durch Begeisterung, Kooperation und zeitliche Zuverlässigkeit zu neuen Plänen, die wir gerne demnächst bekannt geben wollen.

(Dr. Wilhelm Krieger, Stand 08.11.2021)

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Schlangenhaus im Luisium

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  • Sonn- und Feiertage
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  • und nach Vereinbarung

Aktuelle Info Museumsbesuch

Gemäß der aktuellen Coronaschutzverordnung ist für alle Besucherinnen und Besucher ab 18 Jahren die 2G-Regelung bindend (geimpft oder/und genesen). Bei Veranstaltungen mit Bewirtung wie "Kunstgenuss" ist 2G+ bzw. der Nachweis einer Booster-Impfung notwendig.

Dies gilt nicht für Kinder und Jugendliche bis Vollendung des 15. Lebensjahres, die auf Grund ihres Alters als Schülerinnen und Schüler gelten und (außerhalb der Ferien) weder einen Testnachweis noch eine Schulbescheinigung benötigen. Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres benötigen einen Testnachweis oder eine Schulbescheinigung.

Zu Ihrem und unserem Schutz sind weiterhin das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung und die Einhaltung des Mindestabstandes erforderlich. Ausgenommen sind Kinder bis zum Schuleintritt.

Des Weiteren bitten wir um Hinterlegung der Kontaktdaten.

Für alle Führungen, Vorträge, Ausstellungseröffnungen sowie für die Workshops (z. B. Sonntags-Atelier, Kunstlabor etc.) wird um Anmeldung unter 02202-14 2304 oder info@villa-zanders.de gebeten.

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