Horst Janssen (1929-1995)

Nov. 2002 - Juni 2003

Im nahe gelegenen Köln wurde diese Ausstellung für eine Rechtsanwaltskanzlei arrangiert als Anlass, Mitarbeiter und Gäste (Mandanten) zum Umtrunk mit Imbiss einzuladen. Einführende Worte zur Ausstellung informierten die Geladenen zur Ausstellungsidee.

Horst Janssen zählt zu den Künstlern, die Traditionsstränge in ihrer Kunst aufnehmen und virtuos fortführen. Er ist einer der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten gewesen, besessen und getrieben von seiner zeichnenden Hand. So gilt er zweifelsfrei zu den größten Zeichnern und Grafikern unserer Zeit, der auch mit einer Ausstellung von der Albertina in Wien geehrt wurde. Oldenburg widmet ihm ein eigenes Museum.


Horst Janssen: Ich habe mich zerrissen + lieg zu ihren Füßen, als wär’s 1 Stück Papier; 6. von 7 Laatzen-Bilderbögen, 1969, © Horst Janssen/VG Bild-Kunst, 2008

Blickfang der Ausstellung ist die Grafikfolge „Über die Trauer und Hoffnung", ein eindrucksvolles künstlerisches Dokument persönlicher Auseinandersetzung mit seiner Frau Verena. Die Bilderbögen sind ein eklatantes Zeugnis seiner Leidenschaften - im Künstlerischen wie Menschlichen -, Leidenschaften, die im wahrsten Sinne des Wortes Leiden schafften, hier im Besonderen bei seiner damaligen Frau Verena, obwohl es Janssen versteht, den Betrachter von seinem Leiden zu überzeugen.

Weitere Druckgrafiken ergänzen, besonders aus dem Umfeld der Auseinandersetzung mit Callot, den Einblick in Janssens Themenkreise.

Anmerkung:
Jacques Callot (Nancy 1592/93 - das. 1635), franz. Graphiker; einer der bedeutendsten Zeichner, Radierer und Kupferstecher. Am Hofe Cosimos II. von Medici in Florenz zeichnete er, unter dem Einfluss der Manieristen, vor allem Markt- und Festszenen, aber auch Höflinge, Bettler und Bucklige. Hier setzt Horst Janssen an.