Thomas Kaminsky – ohne Titel
Thomas Kaminsky, o.T., 2014, Holzschnitt, 70 x 100 cm

Thomas Kaminsky

Zwischen Konkret und Utopie

10.09. - 25.10.2015

Mit einer Edition von Constantin Post und Arbeiten von Adi Meier-Grolman und Steffen Missmahl

Thomas Kaminsky (geb. 1945 in Dresden) wurde 1998/99 im Kunstmuseum Villa Zanders in einer großen Überblicksausstellung vorgestellt. Zum Thema „Zwischen Konkret und Utopie“ präsentiert er in einer Kabinettausstellung neue Holzschnitte, die mit Arbeiten seiner Kollegen Adi Meier-Grolman und Steffen Missmahl  sowie einer Edition von Constantin Post ergänzt werden.

Thomas Kaminsky erzählt mit seinen Holzschnitten von jener Zeit vor und nach der russischen Revolution, in der die Utopie des Zusammenwirkens zwischen den Kulturschaffenden, den Architekten, Dichtern, Malern, Musikern, Filmern, Schauspielern für kurze Zeit – jenseits der Tagespolitik, aber als Bestandteil der Politik – möglich werden sollte. Eine der letzten Illusionen im alten Europa, die damals schon zerbrach, aber noch bis in die Zeit des Kalten Krieges als Möglichkeit gedacht wurde.

In den Holzschnitten findet man viele Elemente der nachimpressionistischen Kunst. Von der Raum- und Bildauffassung über die Propagandaplakate bis zum Heldenpathos als Bestandteil der Politik. Die biedermeierliche Welt, in der Lenin sich bewegt, verdeutlicht das Utopische als das, was es ist: die Vorwegnahme einer Möglichkeit.

Das „Schwarze Quadrat“ des Kasimir Malewitsch gehört wie die Kreise und Dreiecke eines Kandinsky zu den Grundpfeilern der gegenstandslosen Malerei des 20. Jahrhunderts. Damit spielt Kaminsky. Mit dem Rückgriff auf den Holzschnitt als älteste Form der gedruckten Buchillustration spannt er den Bogen von der Utopie eines Johannes Gutenberg zu der Utopie einer untergegangenen Politik.

Die vom Verlag Constantin Post, Köln, herausgegebene Buch-Edition"Thomas Kaminsky, Lenin, 31 Holzschnitte, 2014-2015", mit einem Text von A. Lunatscharski, "Die Kulturaufgaben der Arbeiterklasse (1919)", liegt in 70 arabisch nummerierten und signierten Exemplaren vor zum Preis von 50 €.

Eine Vorzugsausgabe mit 30 römisch nummerierten und signierten Exemplaren und jeweils einem aus 30 Unikaten (Blattformat 66 x 50,5 cm mit unterschiedlichen Druckformaten) zu wählenden Holzschnitt ist zum Preis von 350 € erhältlich.