Monogramm
Monogrammist C. oder G. S. (tätig um 1575) Aus der 41-teiligen Holzschnittfolge „Der Todten-Tanz“
Hieronymus-Hess
Hieronymus Hess, La Dance de Morts, Kolorierte Lithographie, um 1843

Pas de deux ins Jenseits 


Totentänze vom 16. bis 20. Jahrhundert aus der Sammlung Fritz Roth, Bergisch Gladbach


24.02. – 16.06.2013


Der Tod als Übergang vom irdischen Leben in ein unbekanntes Jenseits hat zu allen Zeiten und in allen Kulturen die Vorstellungskraft der Menschen herausgefordert. Gerade für die jenseitsorientierte christliche Kunst ist der Tod und seine Überwindung immer das zentrale Thema gewesen und entsprechend oft thematisiert worden. Mit dem sogenannten „Totentanz" hat sich hier ein besonderes Genre herausgebildet. Es tritt gegen Ende des 14. Jahrhunderts erstmals auf und ist wohl auf den Einfluss der Bettel- und Predigermönche zurückzuführen.

 

Sowohl die monumentalen Totentanzfresken auf Friedhofsmauern oder in Kirchenräumen, als auch die zahlreichen graphischen Darstellungen zeigen oft einen hierarchisch geordneten Zug, wobei der als Skelett dargestellte Tod die Standesvertreter mit klingendem Spiel und tänzelnden Schritten bei ihrem letzten Gang begleitet. Ihnen allen gemeinsam ist die Einsicht, dass der Tod keine Standesunterschiede kennt. Ob Kaiser, Papst, Handwerker oder Säugling – sie alle müssen ihm folgen.

 

Die unterschiedlichen Reaktionen der Betroffenen bieten den Künstlern Gelegenheit, die verschiedenen Temperamente durch Mimik und Gestik zu charakterisieren. Aber auch die verschiedenen Todesarten und Todessituationen werden differenziert geschildert. So erhalten die Totentänze ihren faszinierenden Reiz auch durch ihre Anschaulichkeit und den aktuellen Zeitbezug. Bis auf den heutigen Tag ist der Tod eines der wichtigsten künstlerischen Themen, wobei nicht selten bildnerische mit performativen Mitteln verbunden werden. Film und Fotografie haben den Totentanz medial erweitert und modernisiert.

 

Die Ausstellung umfasst eine Auswahl von ca. 100 Grafiken aus fünf Jahrhunderten. Sie zeigt Totentänze von Robert Budzinski, Richard Dagley, David Deuchar, HAP Grieshaber, Melchior Grossek, Hieronymus Hess, Hans Holbein, Eduard Ille, Edmund Kesting, Alfred Kubin, Frans Masereel, Carl Gottlieb Merkel, Franz Graf von Pocci, Alfred Rethel, Thomas Rowlandson, Johann Rudolf Schellenberg, Rudolf Schiestl, Joseph Schlotthauer, Wilhelm Stettler, Tobias Weiß, Otto Wirsching, Bernd Zimmer und anderen. 

 

Alle Totentänze stammen aus der umfangreichen  Grafiksammlung des bekannten Bestatters Fritz Roth, innerhalb derer sie einen Schwerpunkt bilden, und werden hier erstmals öffentlich ausgestellt.


Presse:

Pas de deux ins Jenseits

- "Sehnsuchtsland trifft Trostlied", BLZ 27.05.2013 

- "Ein Tag Leben vor dem Tod", BLZ 16.05.2013

- Die 5 Ausstellungstipps der Woche, art 21.02.2013 

- "Kunst und Vergänglichkeit", WAZ 22.02.2013 

- "Trauer braucht Zeit", Fuldaer Zeitung 05.03.2013

- "Sensenmann und Heilsbringer", KStA 23.02.2013

- "Schwungvoller Schritt ins Jenseits", BLZ 23.02.2013

- "Pas de deux ins Jenseits": 

    - Saarbrücker Zeitung 21.02.13

    - Pfälzischer Merkur 22.02.13 

    - epd Landesdienste 21.02.13 


In Zusammenarbeit mitLogo Pütz-Roth
Thomas Rowlandson
Thomas Rowlandson: The English Dance of Death, Radierung, um 1816

im Rahmen der Ausstellung „Pas de deux ins Jenseits“


Dienstag 14.05.2013 19 Uhr

Ausstellungseröffnung und Preisverleihung


Kunstprojekt für Schüler


Ausstellung vom 14.05. – 16.06.2013


Fritz Roth hatte noch im vergangenen Jahr Schüler zur Teilnahme an einem Kunstprojekt zu den Themen „Tod, Trauer, Endlichkeit, Ewigkeit, Vergänglichkeit“ eingeladen. Die Jury, bestehend aus Rolf Hinterecker, Dr. Petra Oelschlägel, Hannah und David Roth, Dr. Wolfgang Vomm und Michael Wittassek vergab die drei von Pütz-Roth ausgelobten Geldpreise sowie einen Sonderpreis.

1. Preis: 1.000 €                                                                                         Mona Bott -  "Was bleibt von den Dingen?

Ich bin mit Hühnern groß geworden." Collage                       (Gymnasium Odenthal, Jahrgang 12/13)


2. Preis: 500 €                                                                                     Fabienne Becker, Nicole Bellinghausen, André Cebulla, Nicole Gehard, Laura Heuser, Lara Hinz, Jule Jung, Alexander Krause, Marcel Lenz, Louisa Panten, Alina Röder, Lea Vierkotten, Hannah Wunsch - "Alles ist ohne Antort..." Rauminstallation (Gymnasium Odenthal, Jahrgang 12/13)


3. Preis: 300 €                                                                                     Nikolaus Henze - "Eintagsfliege"

Video (Freiherr vom Stein Gymnasium Rösrath)


Sonderpreis: Künstlerworkshop                                                       Isabelle Banner, Cangül Colak, Fabienne Hennen, Marcel Hübgen, Elina Kremer, Shanice Leiding, Hassen Nawaz, Alina Poppel, Stefanie Przybylksi, Mona Reinhard, Yaren Tanrikulu, Dominic Wahn, Daniela Weinper (Gemeinschaftsprojekt der Klassen 6-10 der Gemeinschaftshauptschule Im Kleefeld)


Herzlichen Glückwunsch!


Beteiligt haben sich insgesamt etwa 150 SchülerInnen aus folgenden Schulen:

- Städt. Realschule Im Kleefeld, Bergisch Gladbach

- GHS Im Kleefeld, Bergisch Gladbach

- Integrierte Gesamtschule Paffrath, Berg. Gladb.

- Gymnasium Herkenrath, Bergisch Gladbach

- Ev. Realschule Burscheid

- Gymnasium Odenthal

- Realschule Rösrath

- Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Rösrath


Wir danken allen Beteiligten ganz herzlich für ihre fantasievollen und berührenden Beiträge!


Presse:

- "Keine Scheu vor dem Tabuthema", KStA 23.05.2013 [795 KB]


Städtische Galerie Villa Zanders

Konrad-Adenauer-Platz 8

51465 Bergisch Gladbach

Tel: 02202 – 14 23 34 oder 14 23 56

www.villa-zanders.de

museum@stadt-gl.de


Öffnungszeiten:

Di – Sa 14 – 18 Uhr, Do 14 – 20 Uhr, So 11 – 18 Uhr

An Feiertagen wie an Sonntagen


ÖPNV: S 11 ab HBF Köln, 20 min


Mit Unterstützung von:

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