Ortstermin 2007:

Claudia Betzin Intuition und Bestimmung

3. Juni – 12. August 2007

 

Die in Bergisch Gladbach lebende Malerin ist in den letzten Jahren mit großformatigen, oftmals mehrteiligen Bildern in Erscheinung getreten, wobei die dialogische Zuordnung von Bildteilen durch eine übergreifende kompositorische Verklammerung auffällt. Ihre ungewöhnliche Farbigkeit und Faktur sprechen die Sinne unmittelbar an. Zumeist kennzeichnet eine erdig-warme Palette mit sanften, wolkigen Übergängen ihre Kompositionen.

Die flächigen Farbformen werden häufig von linearen Elementen durchzogen. Sie geben zwar den Bildern eine zusätzliche graphische Struktur, wirken jedoch auch wie Brüche und Verwerfungslinien. Überhaupt wird der Betrachter dadurch, dass die Bilder eine sandig-rauhe Oberfläche haben und die gestaltende Hand deutliche Spuren hinterlassen hat, dazu angehalten, der Materialität der Bilder besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Sie wirken bisweilen wie ein Erdschnitt, innere Wirkkräfte offenbarend. In ihrer körperhaften Dinglichkeit sind diese Bilder handfeste Realität ohne jeden abgehobenen Illusionismus und ohne überspannte Metaphorik. Sie reflektieren eine eigengesetzliche, künstlerische Wirklichkeit, die jenseits der Welt der banalen Dinge existiert.

 

Claudia Betzins Bilder sind nicht kalkuliert. Sie entstehen spontan aus einem schöpferisch-kreativen Impuls heraus. Sie machen ganz persönliche Empfindungen, Bedürfnisse und Befindlichkeiten sichtbar. Das Ich sucht und findet sich bei der Arbeit am und im Bild, wird im gestaltenden Ringen um die Form nach und nach sichtbar. Malen bedeutet für die Künstlerin also eine Reise zu sich selbst, ist der immerwährende, von Bild zu Bild erneut unternommene Versuch der eigenen Positionsbestimmung. Wir sind eingeladen, mit ihr in ein unbekanntes Land zu reisen.