Gespräche im roten Salon

Gespräche im Roten Salon

Schon seit über 10 Jahren finden unter Leitung von Georg Dittrich in der Villa Zanders die "Gespräche im Roten Salon" statt, in denen die in den Ausstellungen angesprochenen Themenbereiche vertieft und diskutiert werden. Nach einer Pause, in der auch die aktuelle Ausstellung besichtigt werden kann, besteht in einem Gesprächskreis Gelegenheit zum Gedankenaustausch.


Beginn jeweils 19:30 Uhr.
In der Pause besteht Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung.
Eintritt 4 € / 2 € für SchülerInnen, StudentInnen, Auszubildende

Die nächsten Termine:


Di 05. Juni 2018, 19:30 Uhr
Vortrag mit Bildbeispielen

Verwandlungszauber – Gedanken zum Motiv der Metamorphose in Literatur und Kunst

Referent: Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker, Bonn


Das aus dem Griechischen stammende Wort Metamorphose bedeutet Umgestaltung oder Verwandlung. Die Umwandlung von Materialien, Dingen und Menschen in andere Gestalten und Erscheinungsformen betrifft unmittelbar die Kernkompetenz der Künste, insbesondere von Malerei und Skulptur. Es kann nicht verwundern, dass die von dem römischen Autor Ovidius Publius Naso im ersten Jahrzehnt nach Christus verfassten mythologischen Verwandlungsgeschichten seiner in Hexametern geschriebenen „Metamorphosen“ immer wieder Stoff für die bildende Kunst seit der Renaissance geliefert haben. An ausgewählten Beispielen aus Literatur und Kunst von der Antike bis zur Gegenwart soll das Konzept der Metamorphose und seine Bedeutung für die Kunst vorgestellt und diskutiert werden.

In der Pause besteht Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung "Kocheisen+Hullmann: Zwischenblüte ambitionierter Metamorphosen"

Di 26. Juni 2018, 19:30 Uhr
Lesung

Hanns-Josef Ortheil „Die Erfindung des Lebens“

Referent: Walter Demmer, Psychotherapeut, Bergisch Gladbach

In seinem autobiographisch inspirierten Roman erzählt Hanns-Josef Ortheil die Geschichte eines jahrelang stummen Kindes, dessen Eltern im Krieg und in der Nachkriegszeit vier Söhne verloren haben. Zusammen mit der ebenfalls stummen Mutter wächst es in einer künstlichen Schutzzone auf, aus der es sich erst langsam durch das geliebte Klavierspiel und den unorthodoxen Sprachunterricht des Vaters befreien kann. Doch die Befreiung ist schmerzhaft. Sie führt den Jungen auf lange, einsame Reisen durch Deutschland und in einem letzten Befreiungsakt schließlich nach Rom. Dort wird er ein erfolgreicher Pianist, der Freundschaften schließt und sogar ein Liebesverhältnis eingeht. Diese Bindungen aber zerreißen, und auch die Pianistenkarriere muss aufgegeben werden. Nach der Rückkehr nach Deutschland macht ihm ein früherer Lehrer den faszinierenden Vorschlag, es mit dem Schreiben zu versuchen …

Hanns-Josef Ortheils Roman lässt uns die Verwandlung des stummen Muttersohnes Johannes zum lebensklugen Romancier erleben. Die Erfindung des eigenen Lebens mit Hilfe des Vaters „zettelt“ im wahrsten Sinn des Wortes aus vielen Details das große Ganze an. Und nebenbei ergibt sich für den Leser eine Übung in Genuss und Kunstgenuss.

In der Pause besteht Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung "Kocheisen+Hullmann: Zwischenblüte ambitionierter Metamorphosen"


Die Gespräche im Roten Salon werden gefördert durch:

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