Wilhelm Gorré, Szene aus „Milovan”, 1972
© Wilhelm Gorré, Szene aus „Milovan”, 1972

Ausstellung Wilhelm Gorré im Rahmen des Festivals "Bergisch Gladbach tanzt"

Ballett und Tanz bei Wilhelm Gorré

10.05. - 25.05.2014

Seit Mitte der 60er Jahre hat Wilhelm Gorré (1931 - 2005) insbesondere Ballett-, Schauspiel und Opernaufführungen auf Kölner Bühnen in Aquarellen und Zeichnungen eingefangen. Bewegung, Leichtigkeit, die körperliche Umsetzung von Rhythmus und Musik kennzeichnen seine an Stenogramme erinnernden Impressionen. Gorré überträgt die Bewegungen der Tänzer mit tollkühner Leichtigkeit aufs Blatt und nähert sich in seinen Abstraktionen kalligrafischen Kürzeln an.

Faszination Tanz

Neben Landschafts-, Tier- und Porträtdarstellungen, für die er sich der Zeichnung und des (Farb-) Holzschnittes bediente, war Gorrés großes Thema fraglos das Theater und die bevorzugte Technik das Aquarell.

Vordergründig mag seine Leidenschaft für Ballett und Tanz etwas mit seinem persönlichen Schicksal zu tun zu haben. Ihn, dessen Aktionsraum durch Krankheit stark eingeschränkt war, faszinierte das, was ihm selbst verwehrt war: Motorik, Dynamik, Geschwindigkeit, Beweglichkeit, körperliche Umsetzung von Rhythmus und Musik.

Doch diese Faszination setzte schon viel früher ein. In Kölner Ballettsälen versuchte Gorré unter abenteuerlichen Bedingungen, alles das in ästhetischen Stenogrammen fest zu halten, was sich ihm an flüchtiger Impression einprägte. Mit raschen Pinselschwüngen charakterisierte er Bewegungsabläufe, Posen, Haltungen von Tänzern. Die Hand vollzieht mit dem Pinsel auf dem Blatt die Dynamik des Geschehens auf der Bühne nach, nicht im Sinne einer Illustration, eher in der Art eines Diagramms.

Die Körperlichkeit der Tänzer wird dabei so stark zurückgenommen, das abstrakte Formenkürzel entstehen. Die menschliche Figur wird zur Arabeske, ganz Zeichen im Sinne einer abstrakten Formfindung.

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