Seit den frühen 1960er-Jahren wird Blut als Material bei Performances, Bildern und Objekten verwendet. Was ursprünglich schockierte und die Justiz auf den Plan rief, strahlt auch heute noch eine besondere Kraft aus.
Erstmalig widmet sich diese Kabinettausstellung dem Thema Blut als (Mal-)Material. Im Zentrum stehen die Werke des Kölner Künstlers Peter Gilles (1953 – 2017). Seine Körperabdrucke mit Eigenblut – ebenso wie seine Zeichnungen – sind in erster Linie Selbstbildnisse. Es sind Dokumente der Selbstbehauptung und künstlerischen Gestaltung in Grenzsituationen – zum Beispiel am Rande eines aktiven Vulkans, unter Sauerstoffmangel oder angesichts massiver innerer Spannungen. Der Künstler selbst sprach von „Fragmenten zur Klärung seiner Identität“.
In unseren heutigen Krisen- und Wendezeiten sind Selbstbehauptung und Identität aber nicht nur ein individuelles, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema. Die Arbeiten von Peter Gilles sind aktueller als je zuvor.
Im Dialog mit Werken von Joseph Beuys, Felix Droese, Jenny Holzer, Birgit Kahle, Hermann Nitsch und Anna Sudermann zeigt sich eine große Spannweite von Möglichkeiten im Umgang mit (Tier-)Blut als Material.
Im Rahmen der Ausstellung wird eine umfangreiche Monografie zum Werk von Peter Gilles der Öffentlichkeit vorgestellt (Verlag Kettler).
Begleitprogramm
Führungen mit dem Kurator (60 Min.)
Prof. Dr. Hartmut Kraft
So 6.9.2026 | 11.30 Uhr
So 31.10.2026 | 11.30 Uhr
Private Führungen auf Anfrage.
Warum sammeln Sie Kunst? Phänomenologie und Psychologie des Sammelns
Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Kraft
Do 1.10.2026 | 18.00 Uhr