Alexander Steffes – Freiheit kennt keine Mauern.

Literaturbilder von Heine bis Hey

8.11.2009 - 3.1.2010

Kunst ist in ihren besten Momenten ein Konzentrat aus Leben, Imagination und Traum, aus Vermessenheit und Schwächen, Ängsten und Lust der Menschen. Ihre Schöpfungen sind Synthesen aus Leib, Seele, Herz und Eros. Kunst kann zärtlich sein und verhement, bewusst und schrankenlos. Anders ausgedrückt: Wir erleben in dieser Ausstellung der Literaturbilder das lärmende und dramatische, das fröhliche und spannungsreiche Aufeinandertreffen von geschriebener Realität und gemalten Emotionen.

Literatur ist eine Kunstdisziplin, die ihren Ausdruck in einem zeitlich begrenzten Raum darstellt. Malerei ist eine eigenständige Gattung der bildenden Kunst, die sich auf einer Ebene mit zwei Dimesionen ausdrückt. Literaturbilder sind damit eigentlich ein Widerspruch in sich selbst, der die Problematik verdeutlicht, räumliche Realität zeitlich sichtbar zu machen.

Die Bilder des in Bergisch Gladbach lebender Alexander Steffes wuchern mit den künstlerischen Mitteln des Malers in einer Weise, dass sich daraus eine eigenständige, unverwechselbare Mal-, Schreib- und Notationsweise ergibt, die sich an der Gegenständlich-keit orientiert. Freigesetzte Emotionalität beflügelt die expressiven Möglichkeiten des Malens und Zeichnens. Werke der großen Literatur werden in ihrer epischen Breite und Tiefe zurückgenommen und in skripturaler Weise auf einer Seite verengt, auf den (dramatischen) Höhepunkt fixiert.

Freiheit kennt keine Mauern. Wann trat diese Wahrheit deutlicher zutage, als vor 20 Jahren die Berliner Mauer fiel und der eiserne Vorhang niedergerissen wurde? DDR-Autoren wie Brigitte Reimann, Christa Wolf, Stefan Heym, Helga Schütz, Günter Kunert oder Heinrich Böll, Vaclav Havel, Michail Sostschenko und viele, viele andere haben über Jahrzehnte durch ihre Romane, Novellen, ihre Lyrik, ihre Dramen und Kritik die atemberaubenden Vorgänge von 1989 vorbereitet.

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