Grüner Salon
© Grüner Salon, Foto: Michael Wittassek

Salongespräche

Di 27.09.2022 / 19:30 Uhr

Lesung und Gespräch zu "Fahrenheit 451" von Ray Bradbury

Szenen aus der Verfilmung dieses Science-Fiction-Klassikers haben sich ins Gedächtnis gebrannt. Meisterhaft setzte Francois Truffaut den Kerosin speienden Salamander ins Bild, Bücher (und Menschen) gehen in Flammen auf. 70 Jahre nach Erscheinen der literarischen Vorlage verblüffen Bradburys detaillierte Beschreibungen einer Gesellschaft, die der heutigen so nahekommt, dass es an Prophetie zu grenzen scheint. In "Fahrenheit 451" bestimmen allgegenwärtige audio-visuelle Medien und ihr passives Konsumieren alles: "Die Leute haben von selbst aufgehört zu lesen."
Ist "Fahrenheit 451" mehr als eine Dystopie? Sicher ein Original, das zu lesen lohnt. Wie auch darüber zu sprechen.

Lesung: Bernt Hahn, Schauspieler
Moderation: Susanne Bonenkamp M.A.

Di 25.10.2022 / 19:30 Uhr

Kulturgut oder Wegwerfartikel? Das Buch zwischen Bibliophilie, Digitalisierung und Kommerz

Das analoge Buch hat traditionell einen prominenten Platz sowohl im bildungsbürgerlichen Wohnzimmer als auch in den zahlreichen Bibliotheken weltweit. Lange Zeit galt es unangefochten als unverzichtbarer Träger sowohl von Wissen als auch von Kultur. Doch diese Gewissheit ist in den letzten Jahrzehnten unter Druck geraten. Leitmedien haben sich zunehmend ins Digitale verlagert, so dass der Griff zum Papier heute schon vielen als Zumutung gilt. Von diesem Empfinden ist es nicht weit von der Forderung, Bibliotheken einzusparen und statt dessen das Wissen der Welt digital bereitzustellen.
Der Vortrag kann den Streit um diese Frage nicht entscheiden. Er spürt aber den Gründen beider Seiten in dieser Diskussion nach und zeigt Konsequenzen, Möglichkeiten sowie Grenzen der Digitalisierung auf.

Vortrag: Dr. Max Plassmann, Historisches Archiv der Stadt Köln

Di 08.11.2022 / 19:30 Uhr

"Die Wahlverwandtschaften" von Johann Wolfgang von Goethe

In seinem Roman "Die Wahlverwandtschaften" lässt der Autor den Erzähler gleich zu Beginn das Zufällige, Experimentelle und Künstliche seines Werkes hervorheben. So, als wolle er sich nicht festlegen, schreibt er: "Eduard, so nennen wir einen reichen Baron im besten Mannesalter..." Der Erzähler scheint uns zuzuzwinkern, als käme es nicht so darauf an, wer der Baron ist, es wirkt eher zufällig, unbestimmt und doch führt uns Goethe meisterlich in eine Skandal- und Sittengeschischte mit naturwissenschaftlichen Allegorien und voller Symbolgehalt. Dem Streben der Protagonisten nach Freiheit und Individualität stehen die traditionellen Vorstellungen des Katholizismus, auch der Romantik entgegen, die eher ironisch dargestellt werden.

Kaum ein literarisches Werk ist in der feinen Verwebung der Metaebenen so sehr der kunstvollen Form verpflichtet wie dieser Bildungsroman aus der Zeit der Weimarer Klassik. Im Rahmen unserer Ausstellung zum Buch in der Kunst lesen wir aus einem Buch, das ein Kunstwerk ist.

Vortrag und Lesung: Walter Demmer, Psychotherapeut

Di 22.11.2022 / 19:30 Uhr

Die Ikonographie von Buch und Lesen - Lesepraktiken und Leseatmosphären in Bildern und auf Social Media Plattformen

Bilder von Büchern und Leseszenen sind traditionsreich: Sie sind in der mittelalterlichen Buchmalerei und Skulptur enthalten, sie begegnen uns im Holzschnitt der Frühen Neuzeit, dann im Kupferstich, schon seit Jahrhunderten in der Malerei, später in der Fotografie, heute im Internet auf Social Media Plattformen wie Instagram. Dabei hat sich im Laufe der Jahrhunderte eine spezifische Ikonographie in der Präsentation von Lesern und Büchern ausgebildet, die z.T. von der Antike über die Frühe Neuzeit bis heute beobachtet werden können.
Der Vortrag thematisiert Traditionslinien in der bildlichen Darstellung von Lesepraktiken und Leseatmosphären von der Frühen Neuzeit bis in die digitale Gegenwart.

Vortrag: Prof. Dr. Ute Schneider, Universität Mainz, Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien

Die Salongespräche bieten eine Möglichkeit, sich mit den in den Ausstellungen angesprochenen Themenbereichen und darüber hinaus auf theoretischer Ebene auszutauschen.

Geleitet werden die Salongespräche von Susanne Bonenkamp M.A., ehemalige Kulturreferentin des Rheinisch-Bergischen Kreis.

Verschiedene Gäste aus der Kunst-, Kultur- oder Literaturszene, die zu den Gesprächen eingeladen werden, ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit kunst- und kulturhistorischen Themenstellungen, eröffnen Sichtweisen und laden zu einem lockeren Gedankenaustausch nach Besichtigung der aktuellen Ausstellung ein.

Jeweils dienstags, 19:30 Uhr

6,00 € / 3,00 €

Lesen Sie dazu einen Beitrag des Bürgerportals Bergisch Gladbach von Holger Crump.

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